Eine Ikonostase findet man in einer orthodoxen Kirche oder Kapelle. Die Ikonostase ist ein wichtiger Bestandteil der orthodoxen Liturgie. Ikonen sind die Heiligenbilder der orthodoxen Kirchen. Eine Ikonostase ist eine Wand voller Ikonen. Die Ikonenabbildungen sind auf der Ikonostase hierarchisch geordnet angebracht. Die größten und prachtvollsten Ikonostasen befinden sich in den großen orthodoxen Gotteshäusern weltweit. In den kleinen Kapellen ist eine Ikonostase meist dementsprechend kleiner oder wird manchmal nur angedeutet.
Die Ikonostase unterteilt das Kirchenschiff in den Hauptteil (in diesem befinden sich die Gläubigen) und den Altarraum. Der Altarraum darf nur von Priestern und Diakonen betreten werden. Die Königstür öffnet den Weg immer in Richtung Osten, zum Altarraum hin.
Die Ikonostase ist eine Ikonenwand, deren Funktion nicht das Trennen, sondern das Verbinden von Himmlischem und Irdischem symbolisiert. Seinen Ursprung hat diese Trennwand vermutlich im Judentum. Es wird vermutet, dass die Trennwand der Ikonostase anfänglich nur aus einem Vorhang bestand. Allmählich entwickelte sich daraus eine hölzerne Wand bis zur heute bekannten, mit Ikonenreihen besetzten Ikonostase.
Am Ende des 14. Jahrhunderts war die Entwicklung der Ikonostase, ihr Aufbau, Funktion und ihre Gestaltung weitgehend abgeschlossen. In der heute bekannten Form werden also schon seit vielen Jahrhunderten die Ikonostasen in den orthodoxen Kirchenräumen gestaltet. Die Ikonostasen sind von Region zu Region unterschiedlich ausgebildet. In Russland sind Ikonostasen meist räumlich sehr hoch gestaltet. Die Ikonostasen des Balkans werden dagegen nicht ganz so hoch aufgebaut.
Die feste Anordnung der Ikonen auf der Ikonostase ist von der Orthodoxen Kirche unveränderbar festgelegt worden. Die freie Wahl von Ikonenabbildungen und deren Anordnung ist nicht möglich. Je nach Größe der Kirche und der Planung der zuständigen Kirchenoberhäupter kann die Ikonostase bis zu fünf Ikonenreihen übereinander auf der Wand darstellen. Oft sind es aber nur zwei oder drei Ikonenreihen. Jede Ikone hat auf der Ikonenwand ihren festen Platz; in jedem Gotteshaus befinden sich die gleichen Ikonen immer an der gleichen Position. Es sind Abweichungen in der Ikonenanordnung erlaubt, aber nur in engen Grenzen, wie dem Einfügen einer Ikone des jeweiligen Schutzpatrons der betroffenen Kirche oder Kapelle. Aus der Sicht der Gläubigen vor einer Ikonostase befindet sich rechts der Königstür eine Ikone von Jesus Christus, links neben der Tür die Ikone der Heiligen Gottesmutter Maria. Weitere Bestandteile einer Ikonostase sind die Festtagsreihe, Prophetenreihe und die vorher schon erwähnte Patronatsikone. Die Deesis-Reihe über der Königstür zeigt zentral Jesus Christus, flankiert von Johannes dem Täufer und der Heiligen Maria. Weiter werden oft die Eltern von Jesus, Anna und Joachim, in der Deesis-Reihe gezeigt, können aber auch Bestandteil der Festtagsreihe sein.